Abstimmungen: Flugplätze und Hochhäuser umstritten

Mittwoch, 29. November 2017

Am vergangenen Abstimmungssonntag fielen mehrere raumplanungsrelevante Entscheide. In Nidwalden bewilligte das Stimmvolk einen Kredit für den zivilen Flugplatz Bouchs, während im Kanton Zürich die Anrainergemeinden des Flugplatzes Dübendorf ein negatives Signal zur geplanten Businessfliegerei nach Bundesbern absetzten. In Zug ZG und Liestal BL gaben Hochhäuser zu reden, in Zollikofen BE Mehrfamilienhäuser.

In Nidwalden ging es um die Frage, ob sich der Kanton an Investitionen für die zivile Nutzung des Flugplatzes Buochs beteiligen soll. Das Stimmvolk sagte klar Ja: Es bewilligten einen Objektkredit von 10 Millionen Franken für die Modernisierung des Flugplatzes Buochs. Das Geld wird in die Sicherheit, den Tower, erneuerte Flächen für Flugzeuge, ins Betriebsgebäude und in Hangars investiert. Der Kanton bleibt zu 50 Prozent am ehemaligen Militärflugplatz beteiligt. Die anderen 50 Prozent gehören dem Flugzeugbauer Pilatus. Das Stimmresultat gilt als provisorisch, da noch eine Abstimmungsbeschwerde beim Bundesgericht hängig ist.

Gegen eine künftige Nutzung des Militärflugplatzes Dübendorf ZH für die Geschäftsfliegerei sprachen sich die drei Anrainergemeinden aus. Dübendorf, Volketswil und Wangen-Brüttisellen wollen keine Businessflüge. Stattdessen liessen sie ihre Stimmbevölkerung über ein gemeinsames Konzept für einen «historischen Flugplatz mit Werkflügen» abstimmen. Dieses erhielt klare Mehrheiten. Die drei Gemeinden wollen so die vom Bund geplante Umnutzung als Business-Airport verhindern. Mehr als ein Signal nach Bern ist das Abstimmungsergebnis allerdings nicht.

In Zug gelten neue Regeln für Hochhäuser. Die Stadtbevölkerung hat dem neuen Hochhausreglement zugestimmt. Heute sind Hochhäuser grundsätzlich auf dem gesamten Stadtgebiet erlaubt, ausser zwischen den SBB-Gleisen und dem Seeufer. Das neue Reglement legt nun fest, in welchen Gebieten wie hoch gebaut werden kann. Es handelt sich dabei ausschliesslich um Areale innerhalb der Verdichtungsgebiete.

In Liestal BL stimmte das Volk einer neuen Quartierplanung beim Bahnhof zu. Die SBB planen den Ausbau des Bahnhofs. Nebst einem neuen Betriebsgebäude der SBB und einem Bürogebäude soll ein neues Hochhaus gebaut werden. Dieses Hochhaus war in Liestal wegen seiner Höhe von bis zu 57 Metern umstritten. Die Gegner befürchten, dass das neue Bahnhofsareal mit Shopping- und Büroräumen die Altstadt konkurrenzieren wird.

In Zollikofen BE gab es ein Ja zur Ortsplanungsrevision. Die Berner Vorortsgemeinde treibt damit die Innenentwicklung voran und verzichtet auf neue Landeinzonungen. Die Abstimmung kam zustande, weil einige Hausbesitzer das Referendum ergriffen hatte. Sie wehrten sich dagegen, dass künftig in Einfamilienhausquartieren auch Mehrfamilienhäuser gebaut werden können.

Zum Thema Hochhäuser vgl. auch: Vortrag zum Hochhausregelement der Stadt Zug an der Schweizerischen Bausekretärenkonferenz Weitere Fachreferate hier.