Das ISOS aufgefrischt und verständlicher dargestellt

Donnerstag, 28. Dezember 2017

Das Bundesamt für Kultur BAK hat die Aufnahmemethode und die Darstellung des ISOS angepasst. Ziel war es, die Nachvollziehbarkeit der Systematik zu verbessern, das ISOS zugänglicher zu machen und die Umsetzung zu erleichtern. Die Neuerungen sind seit Dezember 2017 in einer Weisung des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI) festgeschrieben. Die Weisung ist online einsehbar.

Das Bundesamt für Kultur nimmt zurzeit die zweite Revision des Bundesinventars der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) in Angriff. Künftig werden die Ortsbildaufnahmen in Form von Geodaten und von PDFs auf dem Geoportal des Bundes (https://map.geo.admin.ch) publiziert. Das BAK hat diese Gelegenheit genutzt, um zusammen mit betroffenen Stellen (Bundesämter, Eidgenössische Kommissionen, Kantons- und Fachorganisationen) die Aufnahmemethode und die Darstellung des ISOS anzupassen.

Bundesrat Alain Berset, Vorsteher des EDI, hat die angepasste ISOS-Methode am 1. Dezember 2017 in den «Weisungen über das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung ISOS» in Kraft gesetzt. Das Dokument ist auf Deutsch, Französisch und Italienisch hier auf der BAK-Website zu finden. Dort findet sich auch ein Entsprechungsschlüssel von der überarbeiteten Methode zur ursprünglichen Methode der 1970er-Jahre.

Die Methodik und Darstellung des ISOS gab in der Vergangenheit gelegentlich Anlass zu Kritik.

Bis das gesamte ISOS überarbeitet und in neuer Darstellung vorliegt, werden jedoch einige Jahre vergehen. In der Regel werden die ISOS-Aufnahmen chronologisch der Reihe nach revidiert, d.h. die Kantone mit den ältesten ISOS-Grundlagen kommen zuerst. Die gültigen Dokumente sind unter www.isos.ch abrufbar.

Das ISOS erbringt dank der schweizweit einheitlichen Aufnahmemethode vergleichbare Ortsbildaufnahmen. Die Orte mit Ortsbildern von nationaler Bedeutung sind in einer Verordnung festgehalten (VISOS; SR 451.12) und online in einer Liste. Das Inventar umfasst schützenswerte Dauersiedlungen.

Seit den 1970er-Jahren erfolgte die Erfassung der Ortsbilder. Fachleute von Bund und Kanton prüften und bewerteten die Ortsbilder im kantonalen und regionalen Vergleich. Das ISOS beurteilt die Ortsbilder in ihrer Gesamtheit und berücksichtigt dabei sowohl den Eigenwert der Ortsbildteile als auch ihren Zusammenhang. Gut 1270 Ortsbilder erlangten durch das ISOS eine nationale Bedeutung.

Die VLP-ASPAN wird im kommenden Frühjahr 2018 eine Arbeitshilfe «Ortsbildschutz und Verdichtung» publizieren, in der der praktische Umgang mit dem ISOS gezeigt wird. Sie entsteht mit Unterstützung der Kantone Graubünden, St. Gallen, Schwyz und Solothurn.