Wakkerpreis 2018 geht an Bündner Stiftung

Donnerstag, 11. Januar 2018

Der Schweizer Heimatschutz vergibt den Wakkerpreis ausnahmsweise nicht an eine Gemeinde, sondern an die Nova Fundaziun Origen in Riom GR. Diese Stiftung veranstaltet das Kulturfestival Origen und gibt damit dem kleinen Bündner Dorf Riom eine neue Perspektive. Die Grundlage dafür bildet das lokale Kulturerbe, das dank Origen weit über die Region hinausstrahlt.

Der Schweizer Heimatschutz zeichnet im Kulturerbejahr 2018 die Nova Fundaziun Origen mit dem Wakkerpreis 2018 aus. Die 2006 gegründete Stiftung und ihr Kulturfestival Origen haben ihren Mittelpunkt in Riom, einem Bergdorf im Bündnerischen Surses. Wie viele Ortschaften in den Randregionen der Schweiz sieht sich auch Riom mit dem Strukturwandel, der Abwanderung und leerstehenden Gebäuden konfrontiert. Wie der Baubestand weiter genutzt werden kann, ist nicht nur in Riom die grosse Frage der Ortsentwicklung geworden.

Die Stiftung habe die wertvollen leeren Gebäude im Dorf als Chance erkannt, schreibt der Schweizer Heimatschutz. Anstatt einen neuen Kulturtempel für ihr erfolgreiches Festival zu bauen, habe die Stiftung entschieden, das vorhandene Bauerbe als Alleinstellungsmerkmal zu pflegen und respektvoll neu zu bespielen. Die Stiftung versteht das Bergdorf nicht als blosse Kulisse, sondern bezieht den Ort, die Natur und die Menschen der Region ein.

Sie half dabei, das bauliche Erbe wieder zu beleben. Die symbolträchtige, aber seit Jahrzehnten leerstehende Burg Riom wurde zum Spielort für Musiktheater im Sommer. Um einen ganzjährigen Betrieb zu ermöglichen, belebte die Stiftung auch das lange still ruhende Anwesen der Konditor-Familie Carisch neu: Die Scheune wurde zum Wintertheater, die Villa Carisch zum Foyer und Ort des Austausches. Das stillgelegte Schulhaus dient als Probelokal und Produktionsbüro.

Mit dem Festival Origen sei es gelungen, weit über das eigene Tal hinaus auszustrahlen. Was in Riom produziert wird, findet seinen Widerhall im ganzen Kanton, in der Schweiz und weit über die Landesgrenzen hinaus. Das Engagement der Stiftung mache deutlich, welche wirtschaftlichen Potenziale jenseits des Massentourismus im Berggebiet vorhanden seien, schreibt der Heimatschutz.

Schweizer Heimatschutz vergibt den Wakkerpreis seit 1972 jährlich an Gemeinden, die sich beit der Pflege und Entwicklung ihres Ortsbildes hervorgetan haben. Dotiert ist der Preis mit 20'000 Franken, wichtiger ist aber seine symbolische Bedeutung.

Weiterführende Informationen und das Faltblatt zum diesjährigen Wakkerpreis.

Eine handliche und reich bebilderte Publikation zum diesjährigen Wakkerpreis mit Beiträgen auf Deutsch, Französisch und Rätoromanisch (52 Seiten) bietet weiteres Hintergrundwissen.